GENERATIONEN:

BERMANN Mathias hat im Jahre 1850 in Hernals bei Wien, im eigenen Hause in der Veronikagasse 16, den Betrieb gegründet. Er begann mit der Erzeugung von Pfeifenbeschlägen und ging dann über zu Tierfiguren aus Bronze.
Bei der Weltausstellung im Jahre 1873 wurde ihm für seine Erzeugnisse ein Anerkennungsdiplom verliehen.

BERMANN Franz erweiterte die Produktion um Jugendstilgegenstände, Petschaften und Parforce-Gruppen.

BERMANN Fritz, Absolvent der Kunstgewerbeschule Wien, hat 1927 den Betrieb übernommen. Er ließ nach eigenen Entwürfen in Zusammenarbeit mit Wiener Bildhauern und Modelleuren unzählige Modelle entstehen. Unter seiner Leitung wurden auch Beleuchtungskörper hergestellt.
Während des 2. Weltkrieges überlebten die Modelle unbeschädigt im Keller des Hauses, das vollständig zerstört wurde. Nach dem Wiederaufbau wurde die Erzeugung fortgesetzt. Der Modellbestand wurde durch den Ankauf der Modelle der Firma Rogner vergrößert.
Nach dem Tode von Fritz Bermann, im Jahre 1967, führte seine Gattin Herta Bermann den Betrieb weiter und errichtete im Hof des Hauses eine Kunstgießerei. Die Firma wurde protokolliert.
Von der Firma Warne, London (seit 1984 Copyright) wurde die Lizenz erworben, um die weltbekannten Beatrix Potter Figuren ins Erzeugungsprogramm aufzunehmen. Reiterfiguren der Spanischen Hofreitschule wurden im Einvernehmen des jeweiligen Leiters erzeugt. Die Tiermusikkapellen wurden ins Leben gerufen.

Helga Bohatschek-BERMANN, führte von 1973 -1988 den Betrieb weiter. In dieser Zeit wurde der Firma das Österreichische Staatswappen (6.3.1979) verliehen.

Ing. Ernst HRABALEK erwarb die Firma, nachdem Frau Bohatschek-BERMANN in den wohlverdienten Ruhestand trat. Er führte die Firma Fritz Bermann bis zum Jahre 1990.

Alfred KIRSCHNER führt die Firma Fritz BERMANN seit dem Jahre 1991, samt den Modellen im Sinne der traditionellen Bermann-Dynastie. Die Firma Bermann beschäftigt neben anderen Mitarbeitern, akademische Malerinnen sowie einen Absolventen der Hochschule für angewandte Kunst, Herrn Mag. Jiranek, welcher weiterhin neue Modelle entstehen lässt.

 


FRITZ BERMANNS „WIENER BRONZEN“
STELLEN SICH VOR:

Tanzende Katzen im Kaffeehaus, Laubfrösche am Seerosenteich, unsere Lieblingshaustiere, exotische Raubkatzen, ganze orientalische Stadtteile, elegant - verführerische Jugendstildamen, repräsentative Statuetten von Königen und Komponisten, stilvolle Vasen, Lampen, Leuchter und Schreibkleinkunstwerke in höchster handwerklicher Vollendung.

Liebenswerte Zeugnisse von Sammlerleidenschaft, Wiener Tradition und Geschenkkultur. Elegante, skurrile, märchenhafte Abbilder der Mode, der Phantasie und des Zeitgeistes im Kleinen.
Als verspielte Launen des 19. und frühen 20. Jhdts. haben sich die zierlichen Bronzefiguren in unsere Zeit gerettet.

Zwischen ca. 1830 und 1930 entstand eine riesige Palette von hochwertigen Modellen; der größte Teil dieser Schätze befindet sich heute im Besitz der Firma Fritz Bermann „WIENER BRONZEN“. Unsere Firma, 1850 gegründet, konnte ihren umfangreichen Bestand an eigenen Modellen durch Ankauf von Kollektionen teilweise noch älterer Wiener Handwerksbetriebe erweitern.

Unsere Originale, nach denen heute genau wie zur Biedermeierzeit gearbeitet wird, stammen ausschließlich aus einer Epoche, in der das Wiener Kunsthandwerk seine besten Leistungen hervorgebracht hat.

Entstanden sind unsere „WIENER BRONZEN“ in der Biedermeierzeit, als ein selbstbewusstes Bürgertum eine neue Wohnkultur und Geselligkeit entwickelte.
Als Schaustück für Schränke und Vitrinen, luxuriöses Kinderspielzeug und liebevolle Freundschaftsgabe waren die Bronzefiguren bald nicht mehr wegzudenken.

Auch die prunkvolle Ausstattung der Wohnungen der Wiener Ringstraßenzeit verlangte ein großes Angebot an repräsentativen Dekorationsstücken und extravaganten Gebrauchsgegenständen.

Fritz Bermanns „WIENER BRONZEN“ erlebten seit fast 150 Jahren in Wien bewegte Zeiten der großen Umstrukturierungen und haben alle wirtschaftlichen, politischen und künstlerischen Veränderungen überdauert.

Die Erzeugnisse unserer Firma spiegeln so die wechselvolle Geschichte der Metropole und Bundeshauptstadt Wien wider. Sie erwerben mit Fritz Bermanns „WIENER BRONZEN“ nicht nur ein Stück bester Wiener Handwerkstradition, sondern auch ein Stück Wiener Geschichte, die wir Ihnen hier vorstellen möchten.

 

WIEN VOM FRÜHEN 19. BIS INS 20. JAHRHUNDERT:

Zu Beginn des 19. Jhdts. blickte die ganze Welt nach Wien; der Kongress von 1814/15 tagte, tanzte und sollte in Europa die von Krieg und Revolution erschütterte Ordnung wiederherstellen.

Trotzdem kam es in Österreich zu politischen Umstürzen und großen Veränderungen in der Gesellschaft; die Industrie entwickelte sich rasch, freiheitliche Ideen kamen auf, die Völker der riesigen Donaumonarchie riefen ihre nationalen Interessen wach.

Nach langen Jahren der Krise brach in Wien im Jahr 1848 die Revolution aus. Ein Jahr lang kämpfte die Regierung in der Stadt gegen Studenten, Bürger und Proletariat. Die Revolutionäre wurden besiegt, die Kämpfe hatten aber doch Erfolg gebracht: eine neue Verfassung enthielt bedeutend mehr Rechte für die Staatsbürger.

1848 wurde der junge Franz Joseph I. Kaiser, mit ihm begann die letzte große Ära der Habsburgermonarchie. Seine Gattin, die bayrische Prinzessin Elisabeth („Sissi“) war eine gefeierte Schönheit, exzentrisch und voller Fernweh. Wie sie erlangte sein liberal gesinnter Sohn Rudolf durch sein Schicksal traurige Berühmtheit. Diese tragische Familiengeschichte ist immer noch Grundlage zahlreicher Forschungen und Spekulationen, sie dient nach wie vor als Basis für Filme, Romane und Bühnenstücke.


Das Leben in der Biedermeierzeit in Wien war von strengen staatlichen Regelungen und Kontrollen geprägt. Als Reaktion darauf erfolgte ein Rückzug in die häusliche Geselligkeit, Musikpflege und Tanzleidenschaft.

Die bildende Kunst, das Kunsthandwerk, Mode und Kultur entwickelte eine ganz typische schlichte Formensprache, die bis heute hoch geschätzt wird. Berühmt geworden sind die stimmungsvollen Gemälde von großen Künstlern wie Waldmüller oder der Malerfamilie Alt, aber auch die exzellente Qualität des Kunsthandwerkes.


Wiener Porzellan, Glas und Silber wurde weltberühmt. Diese schönen Stücke sind Zeugen für den ausgeprägten Souvenir- und Geschenkkult dieser Zeit.

In diese Hochblüte der Wiener Edelmetallverarbeitung und der Geschenkkultur fiel die Gründung der Firma Fritz Bermann „WIENER BRONZEN“.

Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts schritt die Modernisierung der Stadt Wien besonders rasch voran.
Der Bau der großzügigen Ringstraße mit ihren prachtvollen Palästen, Museen, Kirchen und Theatern im Stil des Historismus gab einer ganzen Ära ihren Namen.

Der Maler Hans Makart prägte den Geschmack einer Epoche mit überschwänglichem Formenreichtum. Mit Allegorien, Sentimentalität und der ganz großen theatralischen Schau stellte sich Wien zur Gründerzeit selbst dar.


Der Höhepunkt, die große Wiener Weltausstellung von 1873, gefeiert und doch von einem Börsenkrach überschattet, dämpfte den vorherrschenden Wirtschaftsoptimismus für kurze Zeit. Bald darauf jubelte ganz Wien Johann Strauß und seiner neuen Operette „Die Fledermaus“ zu, deren Leitmotiv den Wienern bis heute gerne als Wahlspruch in den Mund gelegt wird:


„Glücklich ist, wer vergisst, was doch nicht zu ändern ist“

 

Um die Jahrhundertwende gewann Wien noch stärker an Fläche und Bevölkerung, die Arbeiterbewegung bereitete den Boden für das spätere „Rote Wien“ und seiner international anerkannten Kommunalpolitik.
Noch immer regierte Kaiser Franz Joseph, der Ausbruch des 1. Weltkrieges 1914 beendete bald die Geschichte des kaiserlichen Wiens.

Nach Kriegsende war die Stadt plötzlich nicht mehr Metropole des riesigen Habsburgerreiches, sondern Hauptstadt der kleinen Republik Österreich.

Die Kunst spiegelte in dieser schweren Zeit ganz deutlich die großen Umbrüche wider und erreichte eine ungeahnte Qualität. Das wesentliche Ereignis stellte wohl die Gründung der Künstlervereinigung „Wiener Secession“ 1897 dar. Die Namen ihrer Gründer, Mitglieder und Freunde haben Weltruf erlangt: Gustav Klimt, Otto Wagner, Josef Hofmann, Egon Schiele und Oskar Kokoschka waren bei Malerei, Architektur, Design und Graphik richtungsweisend für den Aufbruch in die Moderne. 1903 hob die Gründung der berühmten „Wiener Werkstätten“ das Kunsthandwerk auf einzigartiges Niveau; nach Entwürfen dieser Zeit werden heute noch Möbel, Stoffe, Dekorations- und Gebrauchsgegenstände von zeitloser Eleganz hergestellt.

 

HERSTELLUNG UND TECHNIK DER BRONZEARBEITEN:

Im Allgemeinen werden Legierungen von Kupfer und Zinn als Bronze bezeichnet, der Begriff „Bronze“ umfasst aber in der Fachsprache ebenso Legierungen von Kupfer mit anderen Metallen.

Das Wort „BRONZE“ stammt aus dem Lateinischen („aes Brundisium“ = Erz aus Brindisi) und fand über das Italienische und Französische Eingang in die deutsche Sprache.

Mit der Verarbeitung des Kupfers endete die Steinzeit in Europa ca. im 1. Jahrtausend v. Chr.
Das weiche Kupfer, ideal für Treibarbeiten, ist für den Guss ungeeignet. Ein geringer Zusatz von z.B. Zinn ergibt eine Legierung, die sich wesentlich besser dafür eignet. Vor allem für den Guss kleinerer Objekte wurden bei uns bereits in der Römerzeit gerne Kupfer-Zinn-Legierungen verwendet.

Kleine, massiv gegossene Bronzen wurden damals wie zur Antike im Vollguss hergestellt:
Dazu wurde ein Wachsmodell geformt, Guss- und Luftkanäle angesetzt und alles mit Ton ummantelt. Diese Form wurde getrocknet und gebrannt, wobei das Wachs schmolz. In den entstandenen Hohlraum wurde die flüssige Bronze eingegossen.
Nach dem Guss und dem Abkühlen des Metalls wird die Form zerschlagen und der Kern entfernt. Guss- und Luftkanäle werden beseitigt, dann kann die gesamte Oberfläche mit Hammer und Punze ziseliert werden. In der Antike wurde eine möglichst glatte, glänzende Oberfläche angestrebt.

Dieses traditionelle Verfahren wird im Prinzip auch heute noch für die Fritz Bermann „WIENER BRONZEN“ angewendet.

Die Originalmodelle werden in Kautschuk eingebettet, der alle Details besonders genau aufnehmen kann. Diese Kautschukform wird in mindestens zwei Teile geschnitten, was einen besonders komplizierten und schwierigen Arbeitsschritt darstellt. Sie wird dann mit Wachs ausgegossen und nach dem Abkühlen geöffnet; ein genaues Abbild des Originalmodells kann jetzt entnommen werden. Dieses Wachsmodell wird auf einen sogenannten Gussbaum gelötet, der die Gusskanäle bildet.
Das Modell mit den Kanälen wird in einen Zylinder gelegt und mit Einbettmasse umhüllt.
Der Zylinder kommt in den Trockenofen, danach wird das Wachs ausgeschleudert, der entstandene Hohlraum kann nun mit Bronze ausgegossen werden.
Nach dem Abkühlen wird der Formmantel abgeschlagen, die Bronzefigur mit Wasser- und Sandstrahl gereinigt und vom Gussbaum abgetrennt. Figuren aus mehreren Teilen werden mit Silber oder Zinn zusammengelötet.
Dann wird die gesamt Oberfläche ziseliert, wobei zum Großteil mit Hämmern und verschiedenen Punzen wie zur Antike gearbeitet wird.
Besonders aufwendig und genau muss die Ziselierung bei unbemalten Stücken erfolgen, die eine seidenglatte, völlig makellose Oberfläche benötigen. Diese Bronzen dürfen nur aus einem Stück gegossen werden, da die Lötstellen sonst durch kleine Farbunterschiede sichtbar würden.

Solche Figuren werden patiniert; hier wird der Alterungsprozess der Metalloberfläche beschleunigt; eine mattglänzende Patina überzieht gleichmäßig die Figur. Vollendet werden die Stücke noch durch Lackierung oder Wachsbeschichtung.

Bemalte Figuren werden in zwei Schichten grundiert, dann erfolgt die Farbschattierung in mindestens drei Schichten und zuletzt die Feinarbeit für kleinste Details wie Augen, Federn, Fellzeichnung etc.

Die Zusammensetzung der Farben erfolgt ebenso wie die Metalllegierung einem besonderen Rezept der Firma, das von Malern und Gießern an die nächste Generation weitergegeben wird.

Die besonders feine, bis ins kleinste Detail naturgetreue Bemalung stellt eine unverwechselbare und hochgeschätzte Eigenart von Fritz Bermanns „WIENER BRONZEN“ dar!

Einige Modelle der Kollektion, vor allem größere Stücke, werden im Sandgussverfahren hergestellt ebenfalls eine traditionelle und handwerklich sehr aufwendige Methode:
Ein hölzerner Formkasten enthält eine Gipsmulde, die mit feuchtem Formsand gefüllt wird. Dieser besonders feine Sand wird in der Umgebung von Wien gewonnen, jeder Gießer hat seine spezielle, geheime Fundstelle.
Das Originalmodell wird in den Sandkasten gelegt und mit Formsand bedeckt.
Der geschlossene Kasten wird im Ofen getrocknet, dann wird der gepresste Sand vorsichtig aufgeschnitten, was wieder besonderes Geschick erfordert.
Das Original kann entnommen werden, der Kasten wird wieder zusammengesetzt und der entstandene Hohlraum mit Bronze ausgegossen.

Alle Arbeitsgänge werden ausschließlich von Hand ausgeführt und erfordern viel Zeit, Erfahrung und außergewöhnliches handwerkliches Geschick.

Arbeitszeiten von ca. 30 Stunden für ein mittelgroßes Modell sind keine Seltenheit!

In Zeiten der automatisierten Massenproduktion stellen Fritz Bermanns „WIENER BRONZEN“ mehr denn je eine absolute Besonderheit und Kostbarkeit dar.

 

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Letzte Korrektur 06.06.2017